Anstand
Shownotes
Mein Begleiter beim Schreiben und Aufnehmen ist übrigens KUGA Kaffee – in Belgien trommelgeröstet seit 1801, in inklusiven Werkstätten in Deutschland verpackt. Unsere Hörer bekommen 5 % Rabatt über diesen Link: kuga.coffee/thomas.
Transkript anzeigen
00:00:00: Laufst du das
00:00:01: wirklich?
00:00:02: Gedanken über Gott und die Welt.
00:00:04: Mit Thomas Philipp Reiter.
00:00:08: Ich bin ja ziemlich viel auf Reisen unterwegs, dabei mache ich in öffentlichen Verkehrsmitteln immer wieder eine Beobachtung, die mir ziemlich sauer aufstößt.
00:00:18: Das Verkehrsmittel ist voll Die Menschen stehen dicht gedrängt.
00:00:23: Plötzlich reist mir gegenüber Eine Frau den Mund auf Weit weiter am weitesten.
00:00:29: Ich kann tief in ihren Schlund blicken und sehe sogar noch einmal Garmfüllungen hier und da.
00:00:35: Ein Gähnen, tief aus der Seele mit Blick in die Weite – aber ohne Hand vor dem Mund!
00:00:43: Ohne auch nur die Andeutung von Verlegenheit….
00:00:45: Und ich stehe da und denke was ist eigentlich aus dem guten alten Anstand geworden?
00:00:52: Vielleicht kennt ihr diese kleinen Szenen auch im Zug, im Bus und im Wartezimmer.
00:00:56: Menschen gähnen niesen Husten als wären sie allein auf weiter Flur Die Hand vor dem Mund.
00:01:02: Fehlanzeige Ein leises Entschuldigung aus der Mode gekommen Und das ist nur ein Beispiel unter vielen.
00:01:10: Nun werden manche einwenden stelle ich nicht so an Thomas.
00:01:13: Es gibt wirklich wichtigere Probleme auf dieser Welt Als ein ungeniertes Gähnen in der Metro oder der S-Bahn.
00:01:20: Und ja, natürlich stimmt das auch.
00:01:21: Es gibt Schlimmeres und doch ich bin überzeugt dass diese kleinen Gesten mehr bewirken als wir ahnen Denn hinter der Frage nach dem Anstand steckt eine viel tiefere Frage Wie sehe ich eigentlich den anderen Menschen?
00:01:36: Das Wort Anstand kommt von sich.
00:01:39: anstehen Was ich gehört was ich ziemte.
00:01:43: Anstand ist die Rücksicht die Ich meinem nächsten Schulde nicht weil ich muss sondern weil ich ihn Als menschenachte.
00:01:50: Und genau hier berührt der Anstand eine urchristliche Wahrheit.
00:01:55: Jeder Mensch, der mir gegenüber steht im Supermarkt an der Kasse ist Ebenbild Gottes – geschaffen zu seiner Ehre.
00:02:03: jeder!
00:02:04: Auch der Mühde auch der Gestresste, auch der, der Mir gerade so gar nicht in den Kram
00:02:08: passt.".
00:02:10: Der heilige Paulus schreibt im ersten Korintherbrief «Wisst Ihr nicht das Euer Leib Tempel des Heiligen Geistes isst?
00:02:18: Nun, wenn mein Leib ein Tempel ist, dann ist es der Leib meines Gegenübers eben auch.
00:02:23: und einem Tempel begegnet man nicht mit offen gähnendem Schlund sondern mit einer gewissen Ehrfurcht.
00:02:31: Der heilige Franz von Sales, einer meiner großen geistlichen Wegbegleiter hat darüber wunderbar geschrieben.
00:02:37: in seiner Philothea der Anleitung zum Frommenleben wird mit er ganze Kapitel den guten Sitten und der
00:02:44: Höflichkeit.".
00:02:45: Für ihn waren Anstandsformen keine bürgerlichen Äußerlichkeiten, sondern sichtbare Zeichen der Sanftmut.
00:02:52: Der christliche Nächstenliebe im Alltag.
00:02:55: Ein wahrhaft former Mensch – so Franz von Saales sinngemäß – erkennt man daran wie er mit den Kleinigkeiten des Tages umgeht.
00:03:05: Die Heiligkeit steckt im Detail!
00:03:08: Und das ist der Punkt.
00:03:09: Anstand isst gelebte Nächsenliebe in klein Format.
00:03:15: Das Bitte, das Danke.
00:03:16: Der Platz den ich der älteren Dame frei mache – dass alles sind keine Relikte einer verstaubten präussischen Erziehung!
00:03:23: Es sind mikroskopisch kleine Akte der Liebe.
00:03:27: Ich nehme Rücksicht weil du mir wichtig bist.
00:03:30: Ich beherrsche mich ein wenig, weil Du es mir wert
00:03:33: bist.".
00:03:35: Wenn diese kleinen Gesten verschwinden dann verschwindet nicht nur eine Umgangsform.
00:03:40: Dann verschwindelt eine Haltung Nämlich die Haltung, dass es noch jemand anderes gibt außer mich selbst.
00:03:47: Dass ich nicht der Mittelpunkt der Welt bin!
00:03:50: Und genau darum geht es – Der moderne Mensch, der im öffentlichen Raum nur noch sich selbst sieht hat etwas Wesentliches vergessen.
00:03:58: Er ist nicht der Schöpfer.
00:04:01: Er is das Geschöpf.
00:04:03: Vielleicht also die Behörden und Hörer.
00:04:05: ist es gar nicht altmodisch sondern geradezu revolutionär wieder die Hand vor den Mund zu halten?
00:04:11: Ein kleines Zeichen gegen den Zeitgeist der Selbstbezogenheit.
00:04:16: Eine Geste, die sagt – ich sehe dich!
00:04:19: Ich achte Dich!
00:04:20: Du bist mir
00:04:21: wichtig!".
00:04:22: Christlicher Anstand beginnt nicht in der großen Geste.
00:04:25: Er beginnt im Alltag mit der Hand vor dem Mund.
00:04:28: Mit Respekt!
00:04:34: Trommel geröstet seit有一hunderteins in einer der ältesten Röstereien Belgiens und von Hand verpackt in inklusiven Werkstätten in Deutschland.
00:04:43: Kaffee mit Charakter!
00:04:44: Und Verantwortung.
00:04:45: unter kuga.coffee-thomas erhalten alle Hörerinnen und Hörern dieses Podcasts fünf Prozent Preisvorteil.
Neuer Kommentar