Eintritt zahlen für den Kölner Dom
Shownotes
Der Kölner Dom soll Eintritt kosten. Ab Juli 2026, jedenfalls für Touristen. Das ist beschlossene Sache – und die Debatte ist in vollem Gange.
Ab voraussichtlich Juli 2026 zahlen touristische Besucher erstmals Eintritt, um das Innere des Domes besichtigen zu dürfen.
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00:00:00: Glaubst du das wirklich?
00:00:02: Gedanken über Gott und die Welt mit Thomas Philipp Reiter.
00:00:24: um mehr als einhundertsechzigtausend Tonnen Steine in der Nachbarstadt Köln, arrangiert zu einem der bekanntesten Bauwerke der Welt.
00:00:34: Der Kölner Dom soll Eintritt kosten ab Juli-Zweitausendsechsundzwanzig jedenfalls für Touristen – das ist beschlossene Sache und die Debatte darüber ist in vollem Gange!
00:00:47: Ab voraussichtlich Juli, zwanzig Zeit touristische Besucher also erstmals eintritt um das Innere des Domes besichtigen zu dürfen.
00:00:57: Domprobst-Monsignore Guido Asmann der gleichzeitig Generalvikaer der Erzdiözese Köln ist hat den Schritt als alternativ losbezeichnet.
00:01:07: Der Grund ist schnell erklärt – der Unterhalt des Bauwerks kostet inzwischen sechzehn Millionen Euro im Jahr.
00:01:15: Das sind täglich forty-tausend Euro, die der Dom buchstäblich verschlingt.
00:01:21: Über die genaue Höhe des Eintrittsgeldes ist noch nicht entschieden – im Gespräch sind Beträge zwischen zwölf und fünfzehn Euro, was manchen zu viel
00:01:30: ist.".
00:01:31: Die frühere Kölner Dombaumeisterin Barbara Schock-Werner heute Präsidentin des Zentraldombauvereins hat sich offen kritisch geäußert.
00:01:41: Sie erhofft sich einen Betrag von unter zehn Euro und fürchtet, dass viele Dombesucher mit Herzblut – also Menschen die einfach kurz hereinkommen eine Kerze anzünden durchatmen, durch den Eintritt abgeschreckt werden.
00:01:54: Gottesdienstbesucher betende und Menschen, die in den Gebetsbereichen verweilen oder eine Kerzeranzünden sollen weiterhin nichts zahlen müssen!
00:02:04: Domprobst Asmann hofft zudem, dass die Gebühr den Tagesbetrieb beruhigt und den Dom wieder stärker als sakralen Raum erfahrbar macht.
00:02:14: Sechs Millionen Besucher jährlich machen ihn zur meistbesuchten Sehenswürdigkeit Deutschlands noch vor dem Brandenburger Tor und Schloss Neuschwanstein.
00:02:24: Der Kölner Dom ist nicht nur groß er isst auch das Ergebnis einer der kuriosesten Baugeschichten der Menschheit.
00:02:31: Im Jahr twelvehundertachtundvierzig wurde der Grundstein gelegt.
00:02:35: Konrad von Hochstaaten, damaliger Erzbischof von Köln weite den Chor.
00:02:40: Ein ehrgeiziges Projekt – man wollte die Reliquien der heiligen drei Könige das kostbarste Heiligtum des mittelalterlichen Abendlandes in einem Bau unterbringen, der ihrer würdig war.
00:02:51: Dann aber stockte es!
00:02:53: Im sechzehnten Jahrhundert liefen die Mittel aus und die Bautätigkeit erlarmte und über den unfertigen Türmen wuchs Gras.
00:03:01: Fast dreihundert Jahre lang stand ein Baukran über dem Südturm, er wurde zum Wahrzeichen der Stadt obwohl er für ewige Stagnationen stand.
00:03:11: Köln galt in ganz Europa als das Symbol für das Unvolländelte.
00:03:16: Erst die Romantik und die Nationalbegeisterung des neunzehnten Jahrhunderts rettete den Dom.
00:03:23: Der preußische Kronprinz später Kaiser Wilhelm I entdeckte im unvollendeten Dom ein nationales Symbol.
00:03:55: Eine mittelalterliche Institution, die ohne Unterbrechung fort besteht, beschäftigt heute noch rund fiveundachtzig bis einhundert hochspezialisierte Handwerker und Restauratoren, die täglich am Stein arbeiten.
00:04:09: In Deutschland ist der freie Kirchenzugang norm – doch international ist Eintritt in Großkirchen längst Alltag!
00:04:16: Die Sagrada Familie an Barcelona, Westminster Abbey in London, der Steffans Dom in Wien Auch der Meiländerdom, auf den sich manche in Köln berufen, kostet Eintritt.
00:04:27: Die eigentliche Frage ist eine Theologische – Ist eine Kirche ein Kulturdenkmal oder ein Gotteshaus?
00:04:33: Oder beides?
00:04:34: und wenn beides wie regelt man das?
00:04:37: Das Domkapitel hat sich für eine kluge Lösung entschieden!
00:04:40: Es trennt!
00:04:41: Wer kommt um zu schauen zahlt, wer kommt um to beten geht frei rein.
00:04:46: Das ist keine Kommerzialisierung des Sakralen, das ist eine Finanzierungsfrage die ehrlich beantwortet wird.
00:04:53: Ich finde das vertretbar!
00:04:55: Was ich mir zusätzlich wünschen würde – eine Regelung für Ortsansässige, für die der Dom nicht Touristenziel sondern Heimat ist.
00:05:03: Daran wird noch gearbeitet.
00:05:04: Die Details sollen laut Domkapitel Anfang Juni bekannt gegeben werden.
00:05:09: Der Kölner Dom steht seit fast achthundert Jahren.
00:05:12: Er hat Pest und Krieg überdauert, Reformationen und Säkularisierung, Bomben- und Massentourismus.
00:05:19: Er wird auch eine Eintrittskasse
00:05:21: überdauernd.".
00:05:23: Glaubst du das wirklich?
00:05:25: Gedanken über Gott und die Welt mit Thomas Philipp Reiter.
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